Familie Gentsch - Traugott Emil Alfred Peter

Mit freundlicher Unterstützung von Peter Gentsch.

Traugott Gentsch

und seine Frau Henriette sind alte Hermsdorfer Einwohnern. Sie wohnten in der Brunnengasse 12. Mindestens von 1883 bis zum 14.01.1903 war Traugott Gentsch in der Gastwirtschaft "Zur Linde" bei Gustav Leidholdt beschäftigt (siehe Urkunde unten). Um 1912 war er Dachspänemacher, 1925 hatte er umgesattelt und wurde Leitermacher.
 
 

Emil Gentsch

* 04.09.1889 Hermsdorf
† 17.10.1956 Hermsdorf
Wwar verheiratet mit:
Ella Gentsch geborene Schlag, aus Silbitz († 13.11.1966 Hermsdorf). Beide hatten drei Kinder: Ilse * 01.08.1915, Hanna * 11.06.1919 und Alfred * 16.3.1921.

Emil Gentsch war Handelsmann und Abteilungsleiter in der HESCHO. Im Jahr 1923 bildeten die Gemeinden Hermsdorf, Klosterlausnitz und Weißenborn eine Großgemeinde. Bereits 1924 trennten sich die Gemeinden wieder.
Eine der Folgen war die Bildung eines Schulvorstand für die Großgemeinde- dieser blieb nach der Trennung bestehen. Die Fortbildungsschule (später Berufsschule) war noch dem ortsüblichen Schulvorstand unterstellt und auch sonst noch organisatorisch mit den übrigen Schulen verbunden. Fortbildungslehrer hatten weder Sitz noch Stimme, waren also nur beratenden Mitglieder, deren Vorsitzenden war im Schuljahr 1923 Emil Gentsch.
Er gehörte außerdem Kirchenvorstand der evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde St. Salvator an.

 
Am 14.11.1932 wurde das Jubiläum der 200jährigen Kirchengeschichte gefeiert.

Bisher sind folgende Namen bekannt:
04 = Walter Köllner  Kraftfahrer Riebeck-Niederlassung
06 = Johannes Müller - Pfarrer 1906 bis 1944
08 = Gustav Trinks - Vorstand mehrerer Vereine
09 = Reinhold Goldberg - Bürgermeister 1912 - 24 und 1933 - 35 kommissarisch
10 = Hermann Göbel – Lehrer
23 = Otto Klein - Bademeister, FFW Hermsdorf
25 = Ernst Kunze - Vorstand Sanitätskolonne
31 = Emil Gentsch - Vorstand Turnerbund
32 = Erich Friedemann - Kirchendiener - Schulstr. 38

Ab 1934 bis Ende der 1930er Jahre (vermutlich bis 1945) gehörte Emil Gentsch dem Vorstand des Turnverein „Gut Heil“ an und war dessen Vorsitzender, zuletzt gehörte er dem Ältestenrat des Vereins an.

10.07. bis 08.07.1937 das 50jährige Jubiläum Turnerbund Hermsdorf 1887 bis 1937
10.07. bis 08.07.1937 das 50jährige Jubiläum Turnerbund Hermsdorf 1887 bis 1937
Die Aufnahme entstand vor dem Schützenhaus, dem Vereinslokal des Turnerbundes.

01 = Dechant, Friedrich siehe (* siehe unten)
02 = Leisering, Max
03 = Plötner, Willy oder Eichler, Walter
04 = Leisering, Karl
05 = ?? Weiße, Kurt – Bürgermeister
06 = Plötner, Otto „Issels Otto“
07 = Meinhardt, Walter „Jarwer“
09 = Gentsch, Emil - 1. Vorstand
11 = Gräfe, Kurt – Böttcher
13 = Schilling, Kurt – Papierwaren
14 = ??, ?? „dr Schwombacher“
15 = Herling, Erich „Mops“

16 = Stahl, Hermann „Stahl Männe“
17 = Serfling, Rudolf
18 = Müller,
20 = Eichenberg, Fritz
21 = Täumel, Hermann
23 = Bröter, Albin – Obstbauer
24 = Schröter, Willi „Bussels“
25 = Hill, Hans Abteilungsführer RAD
26 = Bauch, ?? oder Bratfisch, ??
27 = Jähnert, Willi
28 = Geilert, Erika verh. Langmann (Tochter von 29)
29 = Geilert, Paul

(*) Albin Friedrich Dechant - 1.Vorstand Turnerbund (* 31.12.1877 in Hermsdorf V 17.11.1968 in Eisenberg),
1. Vorsitzender 1905 bis 1934 danach Ehrenvorsitzender 1934 bis 1945 des Turnerbundes.

Alfred Gentsch

*  16.03.1922 Hermsdorf
† 16.01.2000 Münster
Alfred Gentsch wohnte auch in der Brunnengasse 12 in Hermsdorf.
Im Garten der Gaststätte „Altenburger Hof“ feierten die Kinder der Altstadt im Jahr 1934 ein Kindermaibaumsetzen.
Im Garten der Gaststätte „Altenburger Hof“ feierten die Kinder
der Altstadt im Jahr 1934 ein Kindermaibaumsetzen.
Alfred Gentsch ist hier unter der Nummer 36 zu sehen.

01 = Spaht, Eitel
02 = Schmidt,
06 = Schab, Fritz
07 = Hädrich, Werner
09 = Fuchs, Werner
10 = Bröter, Hans-Joachim

11 = Bauer, Kurt
12 = Plötner, Rolf
13 = Schilling,
15 = Kirchner, Christa
18 = Kirchner, Kurt
19 = Remme, Fritz

26 = Titscher, Ursel
27 = Hädrich, Ilse
28 = Wölle, Walter
36 = Gentsch, Alfred

Er besuchte von 1928 bis 1937 die Schule  in Hermsdorf (1928-1932 Grundschule [4 Jahre] und dann 1932 - 1937 Realschule [5 Jahre, Sexta bis Obertertia] ).
Klassenjahrgang 1928 – 1932 Foto um 1928
Klassenjahrgang 1928 – 1932 Foto um 1928
13 = Alfred Gentsch, 18 = Lehrer Leiske
Klassenjahrgang 1928 – 1932 Foto um 1932
Klassenjahrgang 1928 – 1932 Foto um 1932
20 = Alfred Gentsch
Klassenausflug um 1932 – Pfeil = Alfred Gentsch
Klassenausflug – Pfeil = Alfred Gentsch
Foto um 1937 vermutlich zum Abschluss der Realschule – Pfeil = Alfred Gentsch
Foto um 1937 vermutlich zum Abschluss der Realschule – Pfeil = Alfred Gentsch
Klassenjahrgänge 1928/29 - 1936/37 der Mittelschule Hermsdorf

Klassenjahrgänge 1928/29 - 1936/37 der Mittelschule Hermsdorf

01 = Gerstenberger,
02 = Käthe Gruner verh. Schröder
04 = Hädrich, Inge
05 = Reifenstein, Irene
06 = Sachse, Hanna Oberndorf
07 = Fuchs, Dorle
08 = Sieler, Traudel Reichenbach
09 = Zipfel, Christa verh. Koch

10 = Beyer, Fritz "Beyerleins"
11 = Gentsch, Alfred
12 = Schröder, Helmut
13 = Leßmann, Erich – Rektor, Lehrer
14 = Präßler, Heinz
15 = Baumann, Buwi
16 = Mehler, Heinz
17 = Girbert, Wolf

18 = Nölle, Marga verh. Prüfer
19 = Schmidt, Ilse verh. Allies
20 = Dettmer, Gisela
21 = Schmidt, Erika verh. Walther
22 = Vogel, Inge
23 = Marbach, Gisela


Herbst 1937 Abschluss Mittelschule
01 = Walter Schmidt (?) 02 = Otto Queißner 03 = OL Berta Hoffmann 04 = Erich Leßmann (Rektor)
07 = Alfred Gentsch 08 = StR Kurt Baumgarten 09 = Horst Leipold, 04 = Werner Friedel (?)
 
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten1933 wurde Alfred Gentsch wie fast alle Jugendlichen Mitglieder des Deutschen Jungvolks (10- bis 14-jährige Jungen) offiziell Pimpfe genannt und hatten sich auch selbst als Pimpf zu bezeichnen.


Pimpfe um 1935 (Sportplatz neben Holzbau Fa. Geißler)

Mitte Erich Flach, rechts Alfred Gentsch.
Mitte Erich Flach, rechts Alfred Gentsch.

Wie sein Vater Emil war auch Alfred Gentsch sportlich aktiv. Hier eine Riege des Turnvereins auf dem Schulhof um 1938 / 39.
Wie sein Vater Emil war auch Alfred Gentsch sportlich aktiv. Hier eine Riege des Turnvereins auf dem Schulhof um 1938 / 39.

 
Nach der Schule absolvierte Alfred Gentsch ein Lehre bei der Gemeindesparkasse Hermsdorf, die zu dieser Zeit ihren Sitz im Rathaus hatte.
Gemeindesparkasse Hermsdorf, mit Sitz im Rathaus

Ausflug der Sparkasse Hermsdorf zur Talsperre nach Saalfeld
Ausflug der Sparkasse Hermsdorf zur Talsperre nach Saalfeld

01 = Hühn, Walter
02 = Hühn, Wolfgang
03 = Strazkowski, Herta verh. Bratfisch (Angest. der Gemeindesparkasse)
04 = Präßler, Otto (1928 bis 19?? Vors. Ziegenzüchterverein)
05 = Gentsch, Alfred (Lehrling)
06 = Präßler, Willi (Spaarkassenleiter)
07 = Präßler, Ilse verh. Stöbe (Tochter von 4, Sparkassenangestellte)
08 = Köhler, Elfriede verh. Sieler (Angest. der Gemeindesparkasse)


Ausflug der Sparkasse Hermsdorf zur Talsperre nach Saalfeld
Ausflug der Sparkasse Hermsdorf zur Talsperre nach Saalfeld
01 = Bieräugel, ?
02 = Bieräugel, Alfred (Schumachermeister, Schillerstr.14)
03 = Hühn, Wolfgang
04 = Präßler,
05 = Geithe,
06 = Geithe, geb. Dechant (Schwester von Friedrich Dechant)
08 = Prüfer, Heinz (02-49 bis 02-50 + 12-50 bis 08 - 53 Bgm. Bad Klosterlausnitz)
09 = Präßler, Ilse
11 = Kapitän
13 = Störzner, Alfred
15 = Hühn, Walter
16 = Präßler, Willi (Sparkassenleiter)
17 = Gentsch, Alfred
18 = Hühn, geb. Leisering, Frieda
19 = Wehling, Paul (Sparkassenangestellter)
24 = Präßler, Walter

Im Januar 1941 wurde er zur Kriegsmarine einberufen. Er heiratete am 09.09.1944 die Irmgard Gentsch, geb. Hörnlein, aus Ottendorf, zweite Tochter des Schmiedemeisters Moritz Hörnlein und seiner Frau Frieda, geb. Müller. Im Mai 1945 wurde Alfred Gentsch aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Ab November 1945 war er Kassierer und stellvertretender Leiter der Gemeindesparkasse Hermsdorf. Ab April 1946 Leiter der Hauptzweigstelle Bad Klosterlausnitz der Kreissparkasse Stadtroda. Im Mai 1946 wurde der Sohn Peter in geboren. Im Jahr 1950 erfolgte der Umzug nach Stadtroda und Ernennung zum Leiter der Hauptzweigstelle Hermsdorf, der Kreissparkasse Stadtroda.

Wegen zunehmender Unzufriedenheit mit den politischen Entwicklungen in der DDR, insbesondere den Veränderungen im Sparkassenwesen, ist Alfred Gentsch im Frühjahr 1953 über die damals noch offene Sektorengrenze in Berlin in den Westen Deutschlands geflohen. Er erlebte den DDR Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in Berlin und hoffte, als Folge davon wieder heimkehren zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht, und so nahm er eine erste Beschäftigung als Buchhalter bei Fa. Jäger in Münster an (Herr Jäger hatte seine Firma, ehemals in Neustadt / Orla, nach dem Krieg in Münster neugegründet). Seine Frau Irmgard und Sohn Peter folgten ihm Weihnachten 1953 mit einem offiziellen DDR Besuchervisum nach, weil die SED wegen der Unruhen vom 17. Juni für kurze Dauer Reiseerleichterungen verfügt hatte. Schon 1954 fand Alfred Gentsch wieder eine Anstellung im Bankwesen bei der Westfälischen Landesbausparkasse, später Teil der Westfälischen Landesbank. Dort stieg er bis zum Abteilungsdirektor auf und wurde 1984 pensioniert. Alfred Gentsch hat sich gut in Münster eingelebt und zu Hause gefühlt, ist aber sein Leben lang begeisterter Hermsdorfer und Thüringer geblieben.
Seine erste Ehefrau Irmgard verstarb am 28.08.1977 in Münster. Am 10.09.1978 heiratete er in zweiter Ehe die ebenfalls aus Hermsdorf stammende Ursula Gentsch, geborene Peisker. Diese verstarb am 22.09.2008 in Dortmund. Ursula Peisker stammt aus der Ernststraße (Alten Regensburger Str.) 12.

Aufnahme 1955 in Münster: Von links: Irmgard, Emil, Peter, Ella und Alfred Gentsch
Aufnahme 1955 in Münster: Von links: Irmgard, Emil, Peter, Ella und Alfred Gentsch

Peter Gentsch

Peter Gentsch ist in Münster aufgewachsen, hat Physik studiert und danach viele Jahre in den Niederlanden und den USA gearbeitet. Er ist verheiratet mit Petra G. aus Wunsiedel / Oberfranken, hat zwei erwachsene Kinder Kerstin und Stefan und lebt heute in den USA und in Freising/Bayern.


Aufnahme 2013 in Freising / Bayern: Von links: Stefan, Petra, Kerstin und Peter Gentsch

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