Katadyn Sterilisator - Patent nach Dr. G.A.Krause

 
atadyn Sterilisator - Patent nach Dr. G.A.Krause
 

Das Katadyn-Verfahren.

Im Jahre 1928 hat Krause ein neues Verfahren, Wasser zu sterilisieren, in die Praxis eingeführt. Er nannte die Substanz, weche diese sterilisierenden Eigenschaften vermittelte, Katadyn (afolytischoligot/dynamische Wirkung). Chemisch handelt es sich um nichts anderes als um elementares Silber, das nach besonderem Verfahren
(D. R. P. 532989, D. R. P. 535775) in bestimmter Form auf Trägermassen (vorwiegend Porzellan, Quarz, Ton) niedergeschlagen, bezw. aufgeblasen wird. Das aufgeblasene Silber zeigt kein kompaktes Gefüge, sondern hat lamellare Struktur. Es ist in gewissem Sinne schwammig, da eine Schicht über der andern liegt, mit Luftzwischenräumen. Durch diese Zustandsform des Silbers, bezw. durch Schaffung eines optimalen Verhältnisses zwischen Volumen und Oberfläche desselben, wird die größere Wirksamkeit bedingt. Das Katadyn-Silber kam zunächst in 3 Formen zur praktischen Verwendung: einmal als Katadyn-Raschigkugeln, Tonkügelchen von 2 cm Durchmesser, bei denen Silber nach dem Krause-Verfahren aufgeblasen ist ; dann in Form von Katadyn-Raschigringen, das sind
auf dieselbe Weise hergestellte Hohl-Tonzylinder von ca. 1 cm Höhe und ca.0,8 cm Durchmesser; und endlich Katadyn-Silbersand, bei welchem das Silber auf mehr oder weniger grobkörnigen Sand niedergeschlagen ist.
Die Katadyn-Sterilisatoren, wie sie Krause eingeführt hat, sind Tongefäße. Sie enthalten 1, 2, 10, bis 100 Liter Voluminhalt. Die
kleinern sind mit der Katadyn-Masse (meist Ringe) gefüllt, die größern enthalten die aktive Masse in einer Randschicht. Die größern Systeme sind gleichzeitig mit einem Filter ausgerüstet, wie es Konrich vorgeschlagen hat.
Die Vertriebsgesellschaft der Katadyn-Sterilisatoren gibt in ihren Prospekten verschiedene Anwendungsmöglichkeiten an. Katadynisiertes Wasser empfiehlt sie als „gesundes Trinkwasser, frei von allen Krankheitserregern, reich an Sauerstoff". Sie läßt es im Haushalte verwenden als Spülmittel für Nahrungsmittel, gewaschenes Geschirr, zur Desinfektion und Sterilisierung von Gummisaugern, Saugflaschen, Schwämmen, zum Aufbewahren von Zahnbürsten und künstlichen Gebissen, auf der Reise zur Bereitung eines einwand freien Trinkwassers. Je nach Zweck variiert die Form des Sterilisators.
Von diesen beschriebenen Katadyn-Sterilisatoren ist das Elektro-Katadyn-Verfahren grundsätzlich verschieden. Prinzipiell besteht es aus einer in einer Röhre angeordneten Zelle mit einer positiven und einer negativen Silberelektrode (Fig. 1). Die Stromstärke, die nötig ist, um die Zelle in Betrieb zu setzen, kann bei dem von uns verwendeten Apparate von 1—4 Milli-Ampère variiert werden. Fließt ein Strom, dann werden an der Anode Silberionen abgespalten und wandern an die Kathode. Je nach Durchflußgeschwindigkeit und Elektrolytgehalt des Wassers und je nach Stromstärke, werden mehr oder weniger Silberionen an das Wasser abgegeben. Das Wasser ist „katadynisiert", d. h. mit Silberionen beladen. Bei Verwendung von destilliertem Wasser und einer Durchflußgeschwindigkeit von ca. 20 L. pro Stunde und einer Stromstärke von 2 Milli-Ampère erhielten wir ungefähr 300  Silber/Liter.
In der Technik wird jetzt vor allem das Elektro-Katadyn verwendet, da es gestattet, in relativ kurzer Zeit große Mengen Wassers
zu katadynisieren. Dies geschieht in druckfesten Durchflußbehältern positive Elektrode, der Innenwand des Gefäßes anliegend
negative Elektrode» die rings um einen in das Glasgefäß gestellten Glaszylinder geführt ist dem Innenzylinder angeschmolzene Glasfortsätze, die diesem festen Halt geben aus Metall, die mit Silberelektroden ausgerüstet sind. Die Durchflußgeschwindigkeit ist so groß, daß das Wasser nachher in Vorratsgefäßen aussterilisieren muß. Elektro-katadynisiertes Wasser wird empfohlen zur Herstellung keimfreien Eises, ferner als Spül- und Desinfektionsmittel in der Lebens- und Genußmittelbranche, wie Molkereien, Metzgereien, Wurstfabriken, Brauereien.

G. A. Krause, Neue Wege der Wassersterilisierung, Verlag Bergmann,
München (1928).

 
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